Wiese zum Frühstück – Die Urkraft aus der Natur

geschrieben von artur nietsch 1. Mai 2018
Wiese zum Frühstück – Die Urkraft aus der Natur

Ständig schießen die kleinen Blümchen, Kleeblätter, Brennnesseln, Löwenzahn, Disteln und andere Kräuter aus der Erde und werden oft schief angesehen, als Unkräuter bezeichnet, mit harten Bandagen angegangen, ausgezupft oder schlichtweg ausgebrannt oder vergiftet.

Egal wie umsichtig und klug der Mensch handeln mag, mit moderner Vernichtungs-Kunst spielend und doch im Nachteil, gar auf der Seite eines Verlierers sich befindend, wird er den ungleichen Kampf nicht siegreich beenden.

Sind Unkräuter nicht kleine Überlebenskünstler und der Albtraum eines Ziergartens oder ist der Ziergarten ein Albtraum für die Artenvielfalt?

Imperialisten der Pflanzenwelt lassen nicht lange auf sich warten und kommen wieder, da nützt die Erkenntnis ungemein, dass hartes widernatürliches Vorgehen keine Lösung ist und niemals zum Erfolg führen kann. Der Mensch sollte in der Natur kein Feindbild sehen, sondern die immer neu aufkeimende Kraft für sich nutzen.

Vegetarier, Veganer und vor allem Urköstler werden sich bereits an „Unkräutern“, wie ich sie immer gerne nenne, um Verwirrung zu stiften, „Beikräutern“, orientiert haben, wenn es um eine gesunde und ausgeglichene Ernährung geht.

Wir essen Disteln, Brennnesseln und Löwenzahn zum Frühstück

und das mit Liebe zur Natur und Bedacht an die einzelne Pflanze. Auf die Herangehensweise kommt es an und auf den Blickwinkel, auf den Gedanken, den man der Pflanze sendet, bevor diese zum Lebensmittel wird. Pflanzen, Früchte, besonders Beikräuter, sollten nicht nur um des Frühstücks Willen als Produkt, sondern in ihrer Gesamtheit gesehen werden. Das Ausreißen in ihrer gewachsenen Form ist nicht der richtige Weg.

Wir haben unsere Stellen im Garten, an denen die Vielfalt wachsen darf, wie es ihr gedeiht. Dorthin begeben wir uns und zupfen beispielhaft bei der Brennnessel die oberen frischen Blätter ab, manchmal etwas mehr und bei jungen Pflanzen kommt es vor, dass die wertvolle Wurzel mitgeht. Der Gedanke ist immer dabei und steht vor der Handlung.

Natürlich pflegen wir unseren Garten und es ist ein Einnehmen und Abnehmen der Besiedlung unserer Flächen mit Beikräutern, so reißen wir an unerwünschten Stellen so manch eine Pflanze raus, die dann aber auf dem Kompost friedlich einschläft, gewiss!

Seit einigen Jahren gehören also grüne Smoothies und einfaches Blattgrün fast aller Gartenpflanzen, die genießbar sind, zu unserem täglichen Speiseplan.

Frühstück im Frühling direkt aus dem Garten

Wenn die Knospen anfangen zu quellen und der Frühling es nicht mehr aushalten kann zu erblühen, erfreuen sich auch die Herzen der Naturköstler.

Aus philosophischer Sicht;  das kalte Gewand abstreifend, alles erwacht, der Morgentau wird mit wärmenden Sonnenstrahlen empfangen.

Im Angesicht der Wissenschaft bildet die frische Frühlingspracht ein Reichtum an Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Pflanzenstoffen, auf die wir als Menschen besonders nach der Winterzeit zugreifen könnten.

Ich empfinde die Gaben im späten Frühling sehr reichhaltig und lebendig, so haben wir uns mal einen wohlschmeckenden Salat aus Blättern der Süßkirsche und Birke, dem Löwenzahn samt gelber Blüte, eingeweichten Mandeln und Cashewkernen gegönnt. Eine Avocado für die Substanz und etwas Orange kam für die Spritzigkeit hinzu. Mit Birkenkätzchen garniert, mit Kirschblüten dekorativ verziert, fertig.

Sommer und Herbst in Fülle der Früchte

Das gesamte Jahr über essen wir so und so viele Früchte, besonders klassisch tropische Früchte schließen wir gerne unserer Ernährung bei, auch wenn dies mit einem Hintergedanken geschieht.

Der Sommer mit seinem Erntereichtum muss kaum prachtvoll umschrieben werden, denn jeder nimmt die Fülle wahr. Kartoffeln, verschiedene Tomaten, Gemüse in unzähligen Variationen, Hülsenfrüchte und andere grüne Leckereien. Genial die Natur!

Den Beikräutern kommt man kaum hinterher, muss man auch nicht, denn ein frischer Smoothie (gibt es da kein anderes Wort für?), hat einen derartig hohen Nährwert, dass er mir mehr als einen halben Tag als Sattmacher reicht. Auch ein Bananengetränk mit Disteln sättigt in seiner Reichhaltigkeit besonders gut.

Alternativen im Winter

Eine besondere Zeit ist der Winter, der eine Herausforderung für uns als Familie darstellt, zumindest wenn es um lebendige Nahrung geht, alles andere finden wir in den Konzentrationslagern der Füllmittelindustrie, die wir leider immer noch aufsuchen müssen.

Im Winter entnehmen wir dem Wald auch mal Brombeerblätter oder Moos, meist aber Gräser von Waldlichtungen oder jenes von Weiden oder dem Garten. Ansonsten ist für einen Laien kaum etwas zu finden und im Garten vieles verwelkt. Überraschender Weise gibt es Ausnahmen, so hält sich manch eine Gartenpflanze wacker und bleibt über die gesamte kalte Jahreszeit genießbar.

In letzten Winter haben wir an einigen Stellen Rucola, besser gesagt Rauke stehen lassen und dabei feststellen dürfen, dass wir ohne schützende Maßnahmen unser täglich Grün hatten. Lebendig, energiegeladen und das inmitten des Winters, wo es im Geschäft nur gespritztes Zuchtblattgrün gibt.

Ihr kennt es doch, wenn der Salat nach nichts schmeckt! Es ist auch nichts drin, dazu aber später mehr. Rucola wird hauptsächlich als Salatpflanze angebaut und ist bestens für den Eigenanbau geeignet. Ein tolle Pflanze, wie diese hier auch:

Pflanzen, die wir regelmäßig aus dem Garten essen

  • Gras (alle möglichen Gräser)
  • Brennnessel (komplette Pflanze)
  • Disteln (komplette Pflanze)
  • Löwenzahn (komplette Pflanze)
  • Birkenblätter (und Birkenkätzchen)
  • Blätter der Hainbuche (junge Blätter)
  • Kirschbaumblätter nebst Kirschblüten (sehr lecker mit Kirschen)
  • Kelchblüten der Tulpe (nahrhaft)
  • und Blüten bekannter Pflanzen (die meisten sind genießbar)

und viele mehr… eigentlich alles, was halbwegs genießbar ist, kommt bei uns meist morgens auf den Tisch oder besser in den Mixer, auch wenn das Mixen nicht die optimale Lösung ist, da die Strukturen der Pflanze zerfetzt werden.

Meinung über konventionell produziertes Kulturgemüse

Ich gehe davon aus, dass unsere Vorfahren sich überwiegend von Wildpflanzen ernährten und die Theorie des keulenden Urmenschen wohl überdacht werden sollte. Ach was sage ich da, bereits überdacht wurde, stell mal selbst Nachforschungen im Netz des WWW an, schwer zu finden, da nicht prominent, doch sind diese Informationen zugänglich.

Vermutlich würden die Vorfahren beim Kulturgemüse nicht wissen, was man damit machen soll, so fade und frei von Lebensstoffen, ein Industrieprodukt eben. Ja, wir kaufen zwar Obst und Gemüse aus dem Supermarkt, doch beim Verzehr fehlt es an allem, was die menschliche Wesenheit verlangt. Es fehlt der differenzierte Geschmack und die Gerüche ähneln mehr einem modrig alten Moor. Es mangelt an Ansehnlichkeit, auch wenn die Pflanzen sich für diese Umstände in Form halten, ein leztes Stück Würde.

Alle Produkte in den Ladenzeilen haben ihre ursprüngliche Natürlichkeit eingebüßt, sie sehen nur noch aus wie Obst und Gemüse. In Angesicht stellen diese „Früchte der Erde“ Attrappen dar, schlichtweg entartet und mutiert.

Es wäre alles nicht so schlimm, wenn es das Gift, die weiten Transportwege, die Energie und Wasserverschwendung, die Gentechnik und die Verpackungsindustrie nicht gäbe, ach und mich, der dem Anschein und den wirklichen Konsequenzen erlegen ist, es sei alles nicht so schlimm.

20 Gramm Salat in 100 Gramm Plastik zu verpacken ist ungeheuerlich und mit dem Leben nicht vereinbar, trotzdem kaufen wir weiter, zwar im Bewusstsein dessen, aber wir tun es noch zum Teil selbst.

Ich halte meine Meinung und eine Abneigung über konventionell produzierte Gemüse und Früchte niemanden vor. Es ist und bleibt eine Schande für die, die es produzieren, in Verkehrbringen und mich als Abnehmer. Dem Menschen wurde die Unabhängikeit genommen und er wird im Glauben der Alternativlosigkeit gehalten. Welch Unglück, welch Gelegenheit!

Glück und Vielfalt der Erde

Der Mutterboden bringt solch ein unbeschreibliches Glück hervor, jedes Pflänzchen vor Energie sich windend, gen Licht strebend und der gemeine personifizierte Mensch begreift es nicht.

Schau: Beikräuter und umgangssprachlich Unkräuter stellen eine kostenfreie und lebendige Alternative zu den uns angebotenen Füllmitteln dar, die wir aus dubiosen Quellen beziehen. Wir könnten auch Ur-Kräuter sagen, denn diese Vielfalt entspringt dem Anfang, zu dem wir zurückkehren werden, dabei aber der Kultur, durch unser Hände Arbeit auch ein Plätzchen gestalten.

Kräuterkunde und Ernährung

Zugegeben begegne ich der Natur mit neuem Wissensdurst, der nach mehr Erfahrung verlangt. Daher rate ich jedem, sich mit der Kräuter- und Pflanzenkunde zu befassen und erst dann die ersten Schritte des wahren Genusses zu unternehmen. Es ist schon eigen, wenn ein simpler kleiner Garten und die Natur insgesamt für den Menschen in unerschöpflicher Form da sind, ihn behüten und in der Lage sind, die existenziellen Sorgen von ihm abzuwenden. Obwohl die Natur dem Menschen alles bietet ist dieser nicht im Stande, zu verstehen.

Sicher findest Du Literatur zu diesem Thema in der Rubrik „Lebenswerte Bücher„. Von uns erprobte und geschmackvolle Lebensmittelkombinationen gibt es in der Rubrik „Kräftig im Geschmack„. Schau mal rein, öfter raus und habe keinen Zweifel daran, dass es nicht anders geht. Es geht! Du erlebst es doch bereits.

Bildrechte der Urherber stärken

Verantwortung und Dankbarkeit

Mach Dich besser vorher klug, wenn es um Pflanzenbestimmung, Ernährung, Gesundheit und andere Themen geht, die auf dieser Seite veröffentlicht werden. Der Verfasser drückt seine Ansichten aus, diese müssen nicht unbedingt richtig sein und stellen keine Handlungsanweisung dar. Sei Du selbst und für Dein Handeln verantwortlich. Lass nicht zu, dass andere für Dich denken, so wie andere nicht für Dein Handeln haften können.

Danke Dir lieber Leser für Deine Zeit und Aufmerksamkeit. Der oben genannte Autor hat durch Nachforschungen und Reflexion seiner Gedanken diese zu einer Meinung geformt und im freien Willen zum Ausdruck gebracht.
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